zur Vorgeschichte Taunus-Auto-Verkaufs-GmbH Wiesbaden DaimlerChrysler Fotos vom Schaden und der Ursache Impressum


Die „Reparatur“ bei Taunus-Auto-Verkaufs-GmbH (TAV) in Wiesbaden….

 

Die „Geschichte“ dieser Reparatur haben Sie ja bereits gelesen, als märchenhaft konnte ich allerdings nur noch die Rechnung in Höhe von 2.241,69 EUR bezeichnen, die mit Datum vom 30.6.2005 bei mir eintraf.

 

Während von Kulanz oder Kulanzantrag nicht die Rede war, räumte man mir großzügig einen „Sonder-AW-Satz“ in Höhe von 5,50 EUR zzgl. MwSt. ein (zum Vergleich: der reguläre Satz bei TAV belief sich zum damaligen Zeitpunkt auf 6,90 EUR zzgl. MwSt., werkseitig werden bei DaimlerChrysler –PWI- in Stuttgart 6,20 EUR zzgl. MwSt. berechnet).

 

Zum Erstaunen brachte mich jedoch die Anzahl der berechneten Arbeitswerte:

 

Während die Mercedes-Werksvertretung Autohaus Südstern in Waldshut-Tiengen für den Aus- und Einbau eines Rücksitzes 8 AW in Rechnung stellte, berechnete TAV Wiesbaden für den Aus- und Einbau beider Rücksitze 23 AW zzgl. 2+2 (also 4) AW, weil das Fahrzeug über Einzelsitze hinten und Sitzheizungen verfügt – insgesamt also 27 AW.

 

Das „Erneuern“ des Bodenbelages „vorn rechts“ schlug mit 5 AW, das „Erneuern“ des Bodenbelages „hinten“ mit 44 AW, insgesamt also 49 AW zu Buche (meines Wissens besteht der Bodenbelag für das gesamte Fahrzeug aus einem Stück und „erneuert“ wurde gar nichts – der Bodenbelag wurde einfach aus- und eingebaut, wobei der erforderliche Aus- und Einbau der Vorder- und Rücksitze natürlich gesondert in Rechnung gestellt wurde).

 

Für das Prüfen der elektrischen Anlage, Festlegen des Störungsbefundes, erneutes Durchführen eines Kurztestes und erneute Festlegung des Störungsbefundes wurden zusammen 24 AW aufgeführt – nur wurden die daraus resultierenden Diagnoseergebnisse nicht beachtet…

Wie könnte es sonst sein, dass die als „Störung“ gemeldeten Radsensoren gar nicht und die ebenfalls „gestörte“ Telefonanlage erst nach Reklamation repariert wurde?

 

Mit größter „Verwunderung“ registrierte ich allerdings die erneute Berechnung des Steuergerätes „SAM-Fond“. Dieses Steuergerät war am 25.5.2005 durch das Autohaus Südstern erst neu eingebaut worden – 5 Tage vor Reparaturbeginn bei TAV Wiesbaden und damit im Rahmen einer Garantiefrist….

 

Aufgrund dieser Ungereimtheiten in der Rechnung, der Beschädigung meines Fahrzeugs, der (trotz detailliertem Auftrag) mangelhaft (bzw. gar nicht) ausgeführten Reparatur der Radsensoren und der ungeklärten Kulanzfrage beauftragte ich einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung meiner Interessen, zumal das Kombi-Instrument des Fahrzeugs am 5.7.2005 total ausfiel und in Stuttgart repariert werden musste (siehe Vorgeschichte).

 

Mit Schreiben vom 19.7.2005 an die Taunus-Auto-Verkaufs-GmbH in Wiesbaden wurde die Rechnung vom 30.6.2005 reklamiert, mit gleichem Datum wurde mit Schreiben an den damaligen Vorstandsvorsitzenden der DaimlerChrysler AG, Herrn Eckhart Cordes, der Sachverhalt geschildert und zu einer Kulanzregelung unter Einbeziehung der bei PWI in Stuttgart angefallen Rechnungen aufgefordert.

 

 

Die Antwort von TAV Wiesbaden (autorisierter Mercedes-Benz-Vertreter und Servicepartner der Daimler Chrysler AG) kam mit Datum vom 1.8.2005 und war vom Serviceleiter, Herrn Lendle, und vom Kundendienstleiter, Herrn Ziß, unterzeichnet.

Daraus die Zitate:

Eine Möglichkeit (Anm.: des Wassereintritts) wäre , dass die Abläufe evtl. mit Laub verstopft waren und in der vor uns reparierenden Werkstatt gereinigt wurden…… Eine weitere Möglichkeit wäre eine starke Überflutung des Wasserkastens bei extrem starken Regen.“

 

Ich interpretiere:

Bei extrem starken Regen kann also Wasser über die Lüfterkanäle in das Fahrzeuginnere einer S-Klasse W220 laufen!

 

„Während der weiteren Befundfestlegung stellten wir fest, dass das Steuergerät, wie in der Rechnung aufgeführt mit der Teile-Nr. A 032 545 84 32 durch das Wasser so geschädigt war, dass es unumgänglich war, das Steuergerät auszutauschen. Hier bemängeln Sie, dass dieses Steuergerät bereits in der Werkstatt, wo sich das Fahrzeug vorher befand ausgetauscht wurde. Dies bedauern wir sehr, aber es gibt leider keine Möglichkeit, da das Steuergerät durch eine äußere Einwirkung sprich Wasser beschädigt wurde, über Ersatzteilgarantie abzuwickeln.“

 

Und weiter aus dem Schriftsatz der Anwälte vom 31.5.06:


 „Garantie- und Gewährleistungsansprüche hat der Beklagte selbst zu realisieren (Anmerkung: gegenüber DaimlerChrysler oder Autohaus Südstern in Waldshut) und nicht die Klägerin für den Beklagten..."

 

„Feststeht jedenfalls, dass das Steuergerät „SAM“…nicht mehr vorhanden ist. Es wurde als Altteil entsorgt.“

 

Wie kann ich also Garantieansprüche geltend machen, wenn ich erst Wochen nach der Reparatur nur durch die Rechnung vom angeblichen Austausch des Steuergerätes erfahre?

 

Da bei der Reparatur in Waldshut-Tiengen durch den Monteur in Unkenntnis, dass sich in der Wanne ein Ablaufstopfen befindet (den man allerdings in der schlammigen Brühe auch nicht sehen konnte), ein Loch in den Boden der Elektronik-Wanne gebohrt wurde, konnte das Wasser gar nicht mehr eine Höhe erreichen, die das Steuergerät überflutet hätte.

Der Rückfahrscheinwerfer funktionierte auch schon nach Einbau des neuen Steuergerätes in Waldshut nicht, der Monteur stellte fest, dass dieses an einer Zuleitung liegen müsse. Dieser Fehler wird jetzt von TAV als Rechtfertigung für den angeblichen Austausch des Steuergerätes angeführt…

 

Die Serien- bzw. ID-Nummer des angeblich ausgetauschten Steuergerätes wurde von TAV bislang nicht bekannt gegeben…

 

Anwaltlich darauf hingewiesen, teilen die Anwälte von TAV Wiesbaden im Schriftsatz vom 31.5.2006 an das AG Wiesbaden dann plötzlich mit:

 

„Dies hatte die Feuchtigkeit aber nicht gehindert unter dem an der Unterseite gummierten Belag des Teppichbodens weiter zu kriechen und das Steuergerät „SAM“ zu beschädigen. Jedenfalls zeigte dieses deutlich sichtbare und erhebliche Korrosionsspuren. Infolge der Korrosion zeigte sich das Steuergerät defekt und der Austausch war erforderlich, damit die Ansteuerung des Rückfahrscheinwerfers wieder vonstatten gehen konnte, was danach auch der Fall war.

…Soweit der Beklagte hier einwendet, innerhalb von gut fünf Tagen habe der Schaden nicht eintreten können, ist dem zu widersprechen.“

 

 

Mein Kommentar:

Es ist auch bei Taunus-Auto unumstritten, dass sich das Wasser über einen längeren Zeitraum im Beifahrerinnenraum sammelte (laut Schreiben TAV vom 1.8.05). Trotzdem fiel das Steuergerät am 24.5.2005 , obwohl erheblich korrodiert (siehe unter „Fotos“), erst aus, als es überflutet wurde.

Auch nach der Reparatur bei Taunus-Auto stand das Steuergerät über 5 Monate unter dem Einfluss von Feuchtigkeit, ohne auszufallen.

 

Aber (die Anwälte von TAV Wiesbaden im Schriftsatz vom 31.5.2006 an das AG Wiesbaden):

„Es wird zunächst mit Nichtwissen bestritten, dass es am 16.09.2005 zu einem erneuten Wasserschaden bzw. Wassereintritt kam. Dies ist schon deshalb nicht nachvollziehbar, weil es zwangsweise …. zu Korrosionserscheinungen an dem Steuergerät „SAM“ gekommen wäre. Einen Ausfall dieses Bauteils…hat der Beklagte nicht behauptet. Schon daraus folgt, dass ein Wassereintritt nicht stattgefunden haben kann.“

 

Zum Zeitpunkt der Fertigung dieses Schriftsatzes lagen den Anwälten von TAV die am 14.11.2005 gemachten Fotos (siehe „Fotos“) vor! Ein Wassereintritt hat nicht stattgefunden?

 

 

Eine Einsichtnahme in die Unterlagen des von TAV angeblich gestellten Kulanzantrages wird vom Anwalt von TAV mangels Rechtsgrundes abgelehnt.

Der Anwalt bestätigt jedoch, dass von Herrn Wunderlich am 29.Mai 2005 auf elektronischem Weg ein Kulanzantrag ans Werk gerichtet und von dort abgelehnt wurde….

 

Nun, der 29. Mai 2005 war ein Sonntag, und das Fahrzeug wurde erst am 30. Mai 2005 zur Reparatur abgegeben.

 

 

Laut Schreiben von TAV Wiesbaden vom 1.8.2005 wurde ich von Herrn Wunderlich „bezüglich des Arbeitsablaufes des Umfanges“ kontinuierlich informiert.

Bei Übergabe des Fahrzeugs nach der Telefonreparatur habe Herr Wunderlich mir mitgeteilt, „dass wir im Zuge der Reparaturarbeiten bereits einen Kulanzantrag beim Herstellerwerk gestellt haben“.

 

Leider hat außer den in der Vorgeschichte dargestellten Anrufen des Herrn Wunderlich kein Anruf seinerseits stattgefunden, bei der Übergabe des Fahrzeuges nach der Telefonreparatur am 9.6.2005 war Herr Wunderlich gar nicht mehr im Haus (das Fahrzeug wurde mir im „fliegenden Wechsel“ vom Monteur übergeben) und bei der Fahrzeugabgabe am 9.6.2005 zwecks Telefonreparatur erklärte mir Herr Wunderlich, dass der Garantiesachbearbeiter erst am 13.6.2005 wieder anwesend sei!

 

 

Herr Wunderlich streitet übrigens bis heute ab, dass ich ihn am 13.6.2005 überhaupt angerufen und über die Beschädigung am Fahrzeug und die defekten Radsensoren informiert habe…

 

 

Weitere Details?

 

Am 7.9.2006 fand der erste Verhandlungstermin beim Amtsgericht Wiesbaden statt.
Da eine gütliche Einigung nicht zu erzielen war, wurde die Verhandlung lediglich mit dem Beweisthema "Steuergerät SAM-Fond" fortgesetzt.
Der die damalige Reparatur ausführende Monteur konnte sich plötzlich außer der Feststellung, dass das Steuergerät unter Wasser gestanden habe, an nichts mehr erinnern...
Der Serviceberater, Herr Wunderlich, wies bei den Detailfragen zum Steuergerät und der Tatsache, weshalb ich über den angeblichen Austausch des Steuergerätes nicht informiert oder weshalb das Steuergerät vernichtet wurde, ebenfalls erhebliche Erinnerungslücken auf.
Wann er mich außerhalb der von mir genannten Anrufe informiert habe, konnte Herr Wunderlich auch nicht mehr sagen.
Zumindest konnte Herr Wunderlich sich daran erinnern, dass er vor Beginn der Reparatur von mir über den Umfang der Reparaturen des Autohauses Südstern auch durch Aushändigung von Rechnungskopie und Fotos informiert worden war. Auch bestätigte er meine Angaben (wie bislang von den Anwälten von TAV bestritten), dass ihm von mir mitgeteilt wurde, dass ich permanent bei der Reparatur in Waldshut anwesend war und dort kein Ablauf gereinigt wurde.
Entgegen der Darlegung der Anwälte sei von ihm auch kein Kulanzantrag gestellt worden, dies sei nach dessen Rückkehr am Montag (Anm.: wie von mir dargelegt der 13.6.2005?) durch den Garantie-Sachbearbeiter erfolgt! Die Endkontrolle sei nicht von ihm, sondern vom Monteur durchgeführt worden...
Wie gesagt, es ging bisher lediglich um das Beweisthema "SAM-Fond"! Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Für mich heißt das (unter Anderem):
Der Monteur, der (unwidersprochen) u.a. einen großen Teil der auszuführenden Reparaturarbeiten vergißt und die nach "Reparatur" erfolgte Diagnose samt Protokoll mißachtet, bestätigt sich selbst in der Endkontrolle, dass er alles richtig gemacht hat...

 

Fragen Sie sich jetzt nicht selbst, ob das eine Werkstatt Ihres Vertrauens sein könnte?

 

Und vergessen Sie nicht:

 

Diese Werkstatt gibt sich auf Ihren Rechnungen das „Prädikat: Service mit Stern“….

 

 

 

 

 

 






zurück zur Vorgeschichte